Praxisratgeber · Vom Entwickler von Astro Stacker · Aktualisiert

„Schnell“, „Qualität“ oder „Max. Details“: Stacking-Modus wählen

Astro Stacker stellt dir vor dem Stacking eine einzige Frage: „Schnell“, „Qualität“ oder „Max. Details“? Diese Wahl legt die Stacking-Methode fest, die Ausrichtung und wie viele deiner Aufnahmen ins Ergebnis eingehen. Hier erfährst du genau, was jeder Modus macht, damit du für die Aufnahmen vor dir den richtigen wählst.

Die vier Stacking-Schritte, die jeder Modus von Astro Stacker durchläuft: Light-Aufnahmen aufnehmen, Sterne ausrichten, Aufnahmen kombinieren, dann bearbeiten und exportieren
Jeder Modus durchläuft dieselben vier Schritte. Der Modus entscheidet, wie sorgfältig die beiden mittleren ausgeführt werden.
Kurz gesagt
  1. „Schnell“ mittelt alle Aufnahmen. Damit prüfst du eine Sitzung im Handumdrehen.
  2. „Qualität“ ist der Standard. Der Modus verwirft Ausreißer wie Satellitenspuren und lässt das schwächste Zehntel deiner Aufnahmen weg.
  3. „Max. Details“ richtet feiner aus und lässt das schwächste Fünftel weg. Nutze ihn für deine besten Daten.
  4. Du wählst einen Modus, keine Methode. Alles andere stellt die App ein.

1. Die drei Modi im Vergleich

Schnell
Mittelwert aller Aufnahmen. Standardausrichtung. Behält alle Aufnahmen. Die App schätzt etwa eine Minute.
Qualität
Kappa-Sigma-Clipping. Standardausrichtung. Behält die besten 90 % der Aufnahmen. Die App schätzt etwa fünf Minuten.
Max. Details
Kappa-Sigma-Clipping mit mehr Durchläufen. Feinere, langsamere Ausrichtung und Ausrichtung der Farbkanäle. Behält die besten 80 % der Aufnahmen. Die App schätzt fünfzehn Minuten oder mehr.
In jedem Modus gleich
Automatische Sternerkennung und Ausrichtung, Kalibrierungsaufnahmen, falls du welche hinzufügst, und danach dieselben Werkzeuge für den Feinschliff.

Die Dauer hängt davon ab, wie viele Aufnahmen du hast, wie groß sie sind und welches iPhone oder iPad du nutzt. „Beste Aufnahmen“ heißt: die Aufnahmen, in denen die App die meisten Sterne gefunden hat – meist also die schärfsten und klarsten.

2. „Schnell“: ein rascher erster Eindruck

„Schnell“ addiert alle Aufnahmen und bildet den Mittelwert. Mitteln ist die sauberste Art, zufälliges Rauschen zu reduzieren, wenn jede Aufnahme gut ist – und die schnellste.

  • Nutze ihn, um zu prüfen, ob sich ein neuer Satz Aufnahmen ausrichten lässt, bevor du dich auf einen längeren Stack festlegst.
  • Nutze ihn draußen, um zu sehen, ob Fokus und Bildausschnitt passen, solange du noch etwas ändern kannst.
  • Vermeide ihn, wenn ein Flugzeug, ein Satellit oder eine vorbeiziehende Wolke durch eine Aufnahme läuft. Ein Mittelwert behält von allem eine schwache Kopie.

3. „Qualität“: der Standard für jeden Tag

„Qualität“ nutzt Kappa-Sigma-Clipping. Für jedes Pixel betrachtet der Modus die Werte über alle Aufnahmen, verwirft die, die zu weit vom Rest abweichen, und mittelt den Rest. Ein Satellit, der durch eine Aufnahme zieht, ist an diesen Pixeln ein Ausreißer und wird deshalb meist verworfen.

„Qualität“ lässt außerdem vor dem Stacking das Zehntel deiner Aufnahmen mit den wenigsten Sternen weg. So verschwinden ganz nebenbei die verwackelten, dunstigen oder schlecht fokussierten Aufnahmen, die in den meisten Serien stecken.

4. „Max. Details“: für deine besten Daten

„Max. Details“ nutzt dieselbe Verwerfung mit mehr Durchläufen und einem engeren Schwellenwert, verwendet bikubische Interpolation beim Verschieben der Aufnahmen und richtet zusätzlich die Farbkanäle aus. Der Modus behält die besten 80 % der Aufnahmen.

  • Nutze ihn für eine lange, gut fokussierte Sitzung, die du sorgfältig fertigstellen oder drucken willst.
  • Nutze ihn, wenn helle Sterne nach einem Stack mit „Qualität“ rote oder blaue Farbsäume zeigen. „Max. Details“ richtet die Farbkanäle einzeln aus.
  • Lass ihn weg bei kleinen Serien. Bei 8 Aufnahmen bedeutet das Weglassen des schwächsten Fünftels, dass nur 7 gestackt werden.

5. Welchen Modus solltest du wählen?

Erster Stack einer neuen Serie
„Schnell“, um Ausrichtung und Bildausschnitt zu prüfen.
Die meisten Nachthimmel-Sitzungen
„Qualität“. Der Modus kümmert sich um Spuren und schwache Aufnahmen, ohne dass du sie sortieren musst.
Deine beste Nacht
„Max. Details“, dann vergleiche mit dem Ergebnis von „Qualität“.
Weniger als 10 Aufnahmen
„Schnell“ oder „Qualität“. Mehr Aufnahmen wegzulassen bringt hier wenig.

Ein fehlgeschlagener oder abgebrochener Stack zählt nicht als einer deiner 3 Gratis-Stacks pro Woche, du kannst also gefahrlos ausprobieren. Wenn ein Stack mit „Zu wenige verwertbare Sterne“ abbricht, lies, wie du das behebst.

Was die Modi nicht ändern

Kein Modus schaltet die Ausrichtung ab, und du kannst Median, Maximum oder die gewichteten Methoden nicht von Hand wählen. Strichspuraufnahmen sind deshalb noch nicht möglich. Die Theorie hinter jeder Methode findest du unter So funktioniert Stacking in der Astrofotografie.